Hans Zimmer – Angels & Demons
Pünktlich zum Start des Kinofilms “Illuminati – Angels & Demons” gibt es jetzt auch den Score von Hans Zimmer. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich den Film noch nicht gesehen habe, und den Soundtrack daher in erster Linie auf das Buch beziehe.
Da “The Da Vinci Code” bereits einer meiner Lieblingsscores ist, war klar dass es für den “Nachfolger” schwierig werden dürfte.
Schon vom ersten Titel jedoch zeigt sich, dass Hans Zimmer mit diesem Soundtrack nicht einen “The Da Vinci Code 2″ machen wollte, sondern etwas eigenständiges.
“I60 BPM” geht so hektisch, aggressiv und vor allem laut in die erste Runde, dass ein Vergleich mit dem Vorgänger extrem schwierig ist. Erst im zweiten Titel “God Particle” erklingen bekannte Melodien, virtuos auf der Geige gespielt von Joshua Bell. Doch diese werden nur genutzt, um nach ca. 40 Sekunden von ohrenbeteubenden Schlagzeugen, Chören und Bässen übertönt zu werden. Es wird schnell klar: Dies ist ein Score, den man mit Kopfhören auf einer Lautstärke hören muss, dass man davon Kopfschmerzen bekommt.
Der dritte Track, “Air”, wirkt danach fast zahm, da es hier immerhin über drei Minuten dauert, bis es wieder hektisch und laut wird. Der ganze Soundtrack ist unglaublich dynamisch. Ständig wechseln sich ruhige und laute, langsame und schnelle Passagen ab. Dabei überwiegen klar die schnellen und lauten, was aber ob der zu Grunde liegenden Handlung kein Wunder ist.
Direkt nach dem neunminütigen “Air” folgt das zweite Element “Fire”, welches mit fast sieben Minuten das drittlängste Stück des Soundtracks ist. Hier hören wir zum zweiten Mal kurz die Geige von Joshua Bell, die allerdings schnell von fast vier Minuten Hektik pur abgelöst wird: Die bekannten Chöre, Schlagzeuge, Bässe, Synthies, Glockenspiele untermalen die sich abspielenden Szenen perfekt.
In “Black Smoke” kehren schließlich mehrere Themen aus “The Da Vinci Code” zurück, jedoch in einer sehr interessanten Variation und verändertem Rhythmus.
Im nächsten und mit über 12 Minuten längsten Titel kommen wir schließlich zum Hauptthema: “Science and Religion”. Das Stück ist eigentlich kein richtiges Lied, sondern eher ein langer, atmospährisch unglaublich dichter Soundteppich, in dem von Zeit zu Zeit Melodien eingewebt wurden.
Es folgen noch drei verhältnismäßig kurze Titel. Zunächst “Immolation”, welches allein stehend ziemlich langweilig ist, aber im Film vermutlich passend eingesetzt wird.
Als Nächstes kommen “Election by Adoration” und “503″, welche beide das Thema von “Chevaliers De Sangreal” aufgreifen, und daher meine absoluten Lieblingsstücke sind.
Alles in Allem ist der Soundtrack leider nicht so schön wie der von “The Da Vinci Code”, was jedoch hauptsächlich daran liegen wird, dass TDVC viele einzelne Tracks besaß, wo hingegen A&D mehr eine Sammlung von Suiten ist, aus denen Zimmer hinterher den eigentlichen Soundtrack zusammensetzte. Auch wenn dieses Vorgehen sicherlich sinnvoll ist, finde ich es als Hörer deutlich angenehmer viele kurze Stücke zu verschiedenen Themen zu hören, als wenige sehr lange, welche sich vom Aufbau her sehr gleichen.
Ich bin sehr gespannt auf den Film und wie der Score dort eingebaut wird. Da mich Ron Howard in der Hinsicht jedoch noch nie enttäuscht hat bin ich ziemlich zuversichtlich.
Sterne: 3,2/5

